Einkommensteuer: Ein Arbeitszimmer – mehrere Steuerpflichtige

Strassenschild 31 - Homeoffice

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Der BFH hat über den Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bei Nutzung durch ein Ehepaar im gemeinsamen Einfamilienhaus entschieden.

Wenn bei jedem Steuerpflichtigen die Abzugsvoraussetzungen gem. § 4 (5) S. 1 Nr. 6b S. 2 EStG vorliegen, da ihnen kein anderer Arbeitsplatz für ihre berufliche Tätigkeit zur Verfügung steht, dann kann jeder der Nutzenden seine Kosten einkünftemindernd geltend machen. Die Abzugsverbote für Betriebsausgaben in § 4 (5) EStG knüpfen an die Betriebsausgaben des einzelnen Steuerpflichtigen an, dessen Gewinn nicht gemindert werden darf.

Genau deshalb ist daher personenbezogen auf die Ausgaben des einzelnen Steuerpflichtigen abzustellen und nicht auf das Objekt der Abzugsbeschränkung (das Arbeitszimmer).

Dem Gesetzeswortlaut ist nicht zu entnehmen, das der Abzugsbetrag von 1.250 EUR nur bei alleiniger Nutzung des Arbeitszimmers in voller Höhe zustehen soll. Außerdem spricht für diese Auslegung auch die Gesetzessystematik. Denn der Grundsatz der Individualbesteuerung gilt auch im Rahmen der Zusammenveranlagung von Ehegatten.

Hinweis: Zuvor hatte der BFH die Rechtsauffassung vertreten, dass der Höchstbetrag (1.250 EUR) nur einmal gewährt werden kann. Bei mehreren Nutzern sei dieser aufzuteilen. An dieser Rechtsprechung hält der BFH nun nicht mehr fest.

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Verfasst am 7. März 2017, von
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